Integrationshilfe Gilching


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Integrationshife Gilching - Jahresbericht

Jahresrückblick

Jahresrückblick 2016/2017


Wir betreuten im vergangenen Schuljahr 41 Schülerinnen und Schüler von der 1. bis zur 10. Klasse und insgesamt 22 Kinderin zwei Kindergärten. Unsere Schulkinder waren mit 12 Nationalitäten vertreten, die Kindergartenkinder sogar mit 14.

Bei der Hausaufgabenbetreuung begannen wir das neue Schuljahr mit einem Experiment und waren sehr gespannt, welche Erfahrung wir damit machen würden. Ab September führten wir in unseren Gruppen eine Anwesenheitspflicht ein, das bedeutet, dass die Kinder und Jugendlichen jeden Tag mit einer Kernzeit von 14.00 bis 15.30 Uhr zu uns in die Hausaufgabenbetreuung kommen müssen. Wenn sie verhindert sind, müssen die Eltern die Kinder per SMS oder telefonisch entschuldigen. Zusätzlich beschlossen wir, dass die Jugendlichen ab der 5. Klasse unterschreiben, dass sie mit den Rahmenbedingungen einverstanden sind und eine Grundbereitschaft zum Lernen mitbringen.

Der Grund für diese konzeptionelle Änderung war, dass zum Ende des letzten Schuljahres immer mehr Schülerinnen und Schüler sehr unregelmäßig gekommen waren und einige unserer ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, die zuverlässig zur Stelle waren, wieder nach Hause gehen mussten. Darüber hinaus machte es uns unzufrieden, dass einige ältere Schüler zwar von den Eltern geschickt wurden, selber aber keine Motivation zum Lernen hatten. Diese Unlust zeigten sie deutlich und oft begann unsere Lernzeit mit anstrengenden Grundsatzdiskussionen darüber, ob und warum sie überhaupt etwas lernen sollten.

Gute Erfahrungen mit der Anwesenheitspflicht

Dieser doppelten Problematik wollten wir mit der Einführung einer Anwesenheitspflicht begegnen. Uns war klar, dass es eine Weile dauern würde, bis sich die Änderung einspielte und dass wir am Anfang sehr konsequent in der Durchführung sein mussten. Hatte ein Kind unentschuldigt gefehlt, riefen wir am gleichen Tag die Eltern an. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit hatten sich alle an die neue Regelung gewöhnt und unser Entschuldigungssystem funktionierte unerwartet gut. Selbst die Mütter, die nur sehr schlecht Deutsch sprechen, lernten es, ihre Kinder zu entschuldigen.

Die Jugendlichen, die unser verbindliches Betreuungsangebot nicht nutzen wollten, wurden von den Eltern abgemeldet oder wir beendeten das Betreuungsverhältnis von unserer Seite. Es macht für uns keinen Sinn, dass ältere Schülerinnen und Schüler, die keine Lust mehr haben zu uns zu kommen, einen Platz blockieren, während auf unserer Warteliste viele Kinder stehen, die sehr gerne unsere Unterstützung annehmen würden. Außerdem haben wir die Erfahrung gemacht, dass für viele Jugendlichen in der Pubertät ein enger Betreuungsrahmen, wie wir ihn nun anbieten, nicht mehr stimmig ist. In der Regel stärkt es dann auch ihre Eigenverantwortung und Lernmotivation, wenn sie ohne unsere Unterstützung zurechtkommen und sich selber organisieren können.

Durch die Anwesenheitspflicht war ein gutes kontinuierliches Arbeiten in den Gruppen möglich und wir konnten über die Hausaufgaben hinaus Dinge wie das kleine 1x1, Englischvokabeln, Lernwörterdiktate oder Lesen üben. Und auch zum Spielen blieb oft noch Zeit.

Eine vierte Betreuungsgruppe ist eingerichtet

Der Bedarf an Betreuungsplätzen ist ungebrochen. Am Ende des Schuljahres standen 15 Kinder auf unserer Warteliste. Und würden wir den Schulen signalisieren, dass wir freie Kapazitäten haben, so wären es sicher noch einige Kinder mehr. Da es nicht absehbar war, dass diese wartenden Kinder zeitnah in unsere drei bestehenden Gruppen aufgenommen werden konnten, haben wir uns im vergangenen Frühjahr entschlossen zum Schuljahr 2017/18 eine vierte Betreuungsgruppe einzurichten. Wir sind froh, dass wir mit Maja Kilian-Siemers eine weitere Gruppenleiterin gefunden haben und freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit ihr. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir auch noch die zweite Hürde nehmen und genügend Ehrenamtliche finden, die in unserer neuen Gruppe mitarbeiten werden.

Unabhängig von unserer Entscheidung zu expandieren, kamen im vergangenen Schuljahr die Verantwortlichen für die Hausaufgabenbetreuung des Asylhelferkreises auf uns zu. Ein Großteil der Asylbewerber ist inzwischen anerkannt und somit gehören diese Kinder natürlich auch in unsere Zuständigkeit. Seit dem letzten Schuljahr findet die Hausaufgabenbetreuung des Asylhelferkreises nicht mehr in den Familien, sondern zentral in der Mittelschule statt. Allerdings gibt es keine hauptamtliche Kraft, die, wie bei uns, täglich anwesend ist und die Arbeit verlässlich strukturiert und koordiniert. Deshalb bekamen wir die Anfrage, ob wir die Betreuungsgruppe des Asylhelferkreises nicht auch in unsere bestehende Arbeit integrieren könnten. Grundsätzlich stehen wir diesem Anliegen sehr offen gegenüber, allerdings wären dazu zusätzliche personelle und finanzielle Mittel nötig. Die weitere Entwicklung hängt somit von der Genehmigung dieser finanziellen Mittel durch unsere öffentlichen Geldgeber ab. Es bleibt also spannend.

38 ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer

Die Arbeit in unseren bestehenden drei Gruppen wurde im vergangenen Schuljahr von 38 Ehrenamtlichen unterstützt. Auch im vergangenen Schuljahr schieden wieder einige MitarbeiterInnen aus familiären, beruflichen oder gesundheitlichen Gründen aus. Erneut durften wir die schöne Erfahrung machen, dass es immer wieder Menschen gibt, die diese entstandenen Lücken schließen. Nach einer Werbeaktion durch Presse, Gemeindebrief und Flyer konnten wir sieben neue Ehrenamtliche in unserer Runde begrüßen.

In unseren gruppenübergreifenden Mitarbeiterbesprechungen beschäftigten wir uns im vergangenen Schuljahr mit folgenden Themen: „Interkulturelle Jungenarbeit“, „Gegenseitige Wertschätzung als Grundhaltung in unserer Arbeit – was heißt das konkret?“ „Das habe ich doch gar nicht gesagt – gute Kommunikation ist nicht einfach!“ „Ich-Botschaften“, „Was brauchen Kinder und Jugendliche, damit sie gut lernen können?“. Nach wie vor sind unsere Mitarbeiterbesprechungen ein wertvolles Forum für Austausch und Gespräch.

Auch das Gesellige kam beim monatlichen Stammtisch, unserem Kegelabend und der Weihnachts- und Abschlussfeier nicht zu kurz. Ein besonderes Highlight gab es für alle MitarbeiterInnen im Januar. Als Ausdruck der Dankbarkeit für die Betreuung seiner fünf Kinder lud uns ein Vater zum Neujahrsessen in sein Restaurant ein. Wir erlebten einen wunderbaren Abend, der in jeder Hinsicht gelungen war.

Praktikum für Konfirmanden

Das Konfi-Praktikum ist inzwischen zu einer bewährten Tradition geworden. Konfirmandinnen und Konfirmanden kommen an zwei Nachmittagen zu uns und leisten bei uns ihr erforderliches Gemeindepraktikum, in dem sie einen kirchlichen oder sozialen Arbeitsbereich kennenlernen sollen. Unsere Kinder genießen die Mithilfe der Jugendlichen sehr, besonders, wenn sie nach getaner Arbeit noch mit ihnen spielen. Eine junge Frau kam über den Verein „Brücke e.V.“ für einen längeren Zeitraum zu uns, um ihre Sozialabzuleisten. Sie hatte eine offene inspirierende Art mit den Kindern umzugehen und alle schlossen sie ins Herz.

Nach acht engagierten Jahren als Geschäftsführer stand Dr. Michael Haas in der Mitgliederversammlung im Oktober nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung. Zu seinem Nachfolger wurde Winfried Scheller gewählt, der bisher das Amt des Kassenprüfers innehatte. Zur neuen Kassenprüferin wurde Petra Klügl gewählt. Wir danken Michael Haas für sein langjähriges Engagement und wünschen seinem Nachfolger für seine neue Aufgabe alles Gute!

Zum einen wird unsere Arbeit vom Engagement unserer MitarbeiterInnen getragen, zum anderen sind wir natürlich auf finanzielle Unterstützung angewiesen. In diesem Jahr erhielten wir zwei größere Spenden, über die wir uns sehr freuten. Wie schon in den Jahren zuvor unterstützte die Raiffeisenbank Gilching auch heuer unsere Arbeit mit einem Betrag von 750 €. Die IG Metall München spendete unserem Verein anlässlich einer Beschäftigtenumfrage 1500 €.

Den Spendern sowie allen, die unsere Arbeit mit unseren Kindern und Jugendlichen durch ihre Zeit, ihre Ideen, ihr Engagement, ihr Wohlwollen, ihre Gastfreundschaft und ihr Geld unterstützen und tragen, sagen wir ein herzliches Dankeschön:


  • unseren haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen
  • der Gemeinde Gilching
  • der Rektorin der Mittelschule Frau Barta und ihrem Kollegium
  • dem Bayerischen Sozialministerium
  • der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinde
  • dem Amtsgericht München
  • allen Fördermitgliedern
  • allen SpenderInnen


Elke Dietrich



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